Streiknachrichten #9: Tarifverhandlung ohne Ergebnis

Streiknachrichten #9

Tarifverhandlung ohne Ergebnis

Die Tarifverhandlungen für RIVA-H.E.S. in Trier und Horath, die am 12. Juli 2019, dem mittlerweile 25. Streiktag stattfanden, blieben ohne Ergebnis. Zu den Verhandlungen in Frankfurt war das deutsche RIVA-Management angereist. Mit einer gemeinsamen Streikaktion der Kolleg*innen von RIVA-H.E.S. Trier und Horath und RIVA-B.E.S. Brandenburg, eröffnet die IG Metall eine zweite „Streikfront“. Das Brandenburger Elektrostahlwerk (B.E.S.) wird am Montag, den 15.07.2019 bestreikt und stillgelegt. Der Streik bei RIVA Trier und Horath geht weiter und die Streikenden fahren am Montagvormittag zu dem bestreikten Stahlwerk zu einer gemeinsamen Streikversammlung zwischen 9.00 und 11.00 Uhr.

Den Verhandlungen am vergangenen Freitag gingen turbulente Tage voraus. Nach der Aufsichtsratssitzung am 9. Juli 2019 musste das deutsche RIVA-Management Tarifverhandlungen mit der IG Metall aufnehmen, die von den Verhandlungsführern von Trier und Horath (Uwe Zabel) und Brandenburg (Stefanie Jahn) geführt wurden. Vor Beginn der Verhandlungen fand ein gemeinsamer Solidaritätsstreik der B.E.S.-Belegschaft und den Streikenden von Trier und Horath vor der deutschen RIVA-Zentral statt.

Die Verhandlungen bleiben ebenso ergebnislos, wie die Tarifverhandlungen für B.E.S. am darauffolgenden Tag. Die gemeinsame Antwort war eine internationale Protestaktion vor der RIVA-Konzernzentrale in Mailand. Vor Ort protestierten die Streikenden von RIVA Trier und Horath, eine Delegation aus Brandenburg, italienische Gewerkschaftsvertreter der FIOM/CGIL und italienische Kolleg*innen aus den dortigen RIVA Betrieben.

„Das Vorgehen des deutschen RIVA-Management ist unverständlich. In den Tarifverhandlungen am Freitag lag die Lösung für einen Tarifvertrag und einen Kompromiss auf dem Tisch. Das Management verhält sich gegenüber den Beschäftigten unverantwortlich und respektlos: Statt einer schnellen und verantwortungsvollen Lösung zuzustimmen, lassen sie den Streik weiterlaufen.“

Die betrieblichen Mitglieder der IG Metall-Verhandlungskommission für RIVA Trier und Horath, Melissa Gilbert und Georg Rentmeister sind sich einig: „Unsere Antwort ist: Der Streik geht weiter. Wir streiken jetzt gemeinsam mit unseren Brandenburger Kolleg*innen. Wenn es sein muss noch wochenlang“. Rainer Kubitza, BR-Vorsitzender von Trier spricht Klartext: „Jetzt kämpfen die RIVA-Beschäftigten in Deutschland gemeinsam. Das Verhalten der deutschen Geschäftsführung schweißt uns zusammen. Unser Ziel bleibt die Tarifbindung in Trier und Horath und an allen RIVA-Standorten, sowie die volle Übernahme des aktuellen Tarifabschlusses der ostdeutschen Stahlindustrie für die Kolleg*innen der B.E.S.. Ich fordere nochmals den CEO Claudio RIVA auf, der „Kamikazetaktik“ der Geschäftsführung von B.E.S. und H.E.S einen Riegel vorzuschieben und für den zügigen Abschluss der Tarifverträge zu sorgen“.

Stefanie Jahn, 1. Bevollmächtigte der IG Metall und stellv. Aufsichtsratsvorsitzende bei RIVA-B.E.S. ist sauer und weiß die gut organisierten Stahlarbeiter hinter sich.

„Wir werden unsere Kampftaktik der aktuellen Situation anpassen. Montag machen wir den gemeinsamen Streik mit B.E.S. Brandenburg. Danach sparen wir unsere Kräfte mit der neuen „Garibaldi-Partisanentaktik“ unseres Streiks. Ohne viel öffentlichen Aufwand wird der Vollstreik diese Woche mit harten, unvermuteten und gezielten Schlägen gegen den Arbeitgeber durchgeführt. Das spart unsere Kräfte so, dass wir auch eine wochenlange Verlängerung des Streiks – auch in der Urlaubszeit – durchhalten.“

Christian Schmitz, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Trier, ist sich gemeinsam mit der 20-köpfigen betrieblichen Tarifkommission der IG Metall für Trier und Horath sicher, dass die Streikenden den Kampf noch sehr lange entschlossen durchhalten werden: Die Streikfront steht weiterhin.

Verlängerung! Tarifverhandlung und Streik gehen weiter

Durch das völlig unverständliche und unprofessionelle Verhalten des deutschen RIVA-Managements sind wir in der Verlängerung: Trotz aller Kompromissangebote von Seiten der IG Metall, teilweise bis an unsere Schmerzgrenze, war die Verhandlungskommission der Arbeitgeberseite nicht in der Lage mit einer Lösung der Vernunft den Arbeitskampf zu beenden. Dieses völlig verantwortungslose Verhalten des Managements verlängert und verschärft den Streik völlig unnötig. Die Verlängerung halten wir aus – auch mit der Unterstützung von B.E.S. in Brandenburg. Wenn bis und am 23. Juli 2019 kein Tarifvertrag abgeschlossen wird, geht es in das Elfmeterschießen. Wenn die Folge des verantwortungslosen Vorgehens eine Verlängerung oder gar die Ausweitung des Arbeitskampfes für den Riva-Konzern wäre, hat sich das die Unternehmensleitung selbt zuzuschreiben. Die Uhr tickt!

Uwe Zabel

IG Metall Bezirksleitung Mitte, Verhandlungsführer Trier und Horath

 

Solidarität tut gut!

Aufgrund des niedrigen Entgeltniveaus bei Riva Stahl/H.E.S. und entsprechend niedriger Gewerk- schaftsbeiträge ist die gezahlte Streikunterstützung nicht sehr hoch. Die Streikenden sind daher auch auf materielle Solidarität angewiesen. Der Diözesan- verband Trier der Katholischen Arbeitnehmer-Bewe- gung (KAB) hat ein Spendenkonto zur Unterstützung der Streikenden und ihrer Familien eingerichtet.

Kontonummer des Solidaritätskontos:

Empfänger: KAB-Diözesanverband Trier
IBAN: DE83 3706 0193 3002 3590 21 bei der PAX-Bank Trier, BIC: GENODED1PAX.
Verwendungszweck: Soli-Konto Hennigsdorfer

 

Information der Streikleitung an alle Streikenden

Der Streik geht auch in der 29. KW weiter. Einzige Streikversammlung ist am Freitag, den 19. Juli 2019 im Berghotel in Thalfang. Dort erhaltet ihr Eure Streikkarten für die gesamte Woche. Haltet Euch in der Woche zuhause bereit für die „Garibaldi-Partisanenaktionen“. Information darüber bekommt ihr ausschließlich und kurzfristig von Eurem Mitglied der Tarifkommission.

Ihr seid spitze!

Erholt Euch und tankt Kraft für den 23.Juli 2019.

Eure IG Metall Streikleitung

 

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