Streik im RIVA-Konzern geht unvermindert weiter – Arbeitgeber lehnt Schlichtung ab

Streik im RIVA-Konzern geht unvermindert weiter – Arbeitgeber lehnt Schlichtung ab

Solidaritätskundgebung am Freitag, 16. August in Trier

Der Arbeitskampf der Belegschaften der H.E.S. in Trier und Horath geht auch in der zehnten Streikwoche unvermindert weiter. Am vergangenen Montag, 12. August hat die Geschäftsführung das Angebot der IG Metall zu einer Schlichtung rundweg abgelehnt. „Mit einer Schlichtung wollten wir versuchen, einen tragfähigen Kompromiss zu suchen und den Arbeitskampf zu beenden“, erläutert Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall im Bezirk Mitte. „Angesichts der jetzt erfolgten Ablehnung durch die Geschäftsführung bleibt nur die unverminderte Fortsetzung des Streiks, der schon jetzt der längste in der Geschichte der IG Metall in Rheinland-Pfalz ist.“

Das Management hatte zuletzt bei den Tarifverhandlungen am 5. August in Frankfurt am Main den Abschluss eines Tarifvertrages für die 130 Beschäftigten verweigert. Beide Verhandlungsparteien waren nach vier Stunden ohne Annäherung auseinander gegangen.

„Wir werden am kommenden Freitag ab 11:00 Uhr in Trier an der Porta Nigra eine Protest- und Solidaritätskundgebung durchführen, dort wird der ungebrochene Wille der Beschäftigten und ihrer Familien deutlich werden, einen Tarifvertrag durchzusetzen. Sie leisten gute Arbeit und fordern nicht mehr als die angemessene Bezahlung ihrer Arbeitsleistung. Angesichts der hohen Gewinne des Konzerns ist das mehr als recht und billig“, so Christian Z. Schmitz, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Trier. „Am Freitag wird wiederum die große Solidarität deutlich werden, die den Beschäftigten gilt. Neben Jörg Köhlinger werden auch die rheinland-pfälzische Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Eugen Roth, stellvertretender Bezirksvorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz/Saar sprechen. Und, soviel kann ich versichern, auch innerhalb des Konzerns ist die Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen in Trier und Horath riesig.“

Ziel der H.E.S.-Beschäftigten ist die Anerkennung der Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie Rheinland-Rheinhessen. Die beiden Standorte in Trier und Horath gehören zum Stahlkonzern der RIVA-Gruppe, die in Brandenburg und Hennigsdorf weitere Standorte betreibt. Während in beiden Brandenburger Unternehmen die Tarifverträge der Stahlindustrie Ost gelten, gibt es in Trier und Horath keine Tarifbindung, die Löhne und Gehälter liegen hier 20 bis 30 Prozent unter dem Niveau der Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie.

1 Kommentar
  1. Mich würde mal ernsthaft interessieren was die IG Metall noch für Alternativen hat wenn der Arbeitgeber sich nicht zu Verhandlungen bereit erklärt und es ihm scheinbar egal ist ob produziert wird oder nicht.

    Wieder an die Arbeit ohne Tarifvertrag kann man ja scheinbar so oder so nicht gehen, weil die Mitarbeiter Schadensersatzansprüche fürchten.

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