Streik bei RIVA schlägt hohe Wellen in der italienischen Presse

Streik bei RIVA in der italienischen Presse

Gestern berichteten mehrere italienische Zeitungen über den mittlerweile 12-wöchigen Arbeitskampf in den deutschen RIVA-Werken in Trier und Horath. Der Streik bei #RIVA schlägt große Wellen in der italienischen Presse. Unter anderem berichtet La Repubblica, die zweitgrößte italienische Tageszeitung, über den anhaltenden Tarifkonflikt und die starken Protestaktionen der Metallerinnen & Metaller bei RIVA.

Hier die Zusammenfassung des Zeitungsberichts in der La Repubblica:

Ausgangspunkt des Artikels ist die Protestaktion der Riva-Beschäftigten in Mailand vor dem Hauptsitz von Riva und das anschließende Treffen im Gewerkschaftshaus der Cgil in Mailand, auf dem die deutsche Version von Bella Ciao gesungen wurde.

Die Protestaktion in Mailand habe aber noch nicht ausgereicht, da sich das Riva-Management nach wie vor weigere, auf die Forderungen der IG Metall einzugehen. Der Arbeitskampf für die Rechte der Riva-Beschäftigten erinnere an die harten Auseinandersetzungen der Vergangenheit zwischen den italienischen Metallgewerkschaften und dem Konzern.

Die IG Metall führe heute einen Kampf für die Anerkennung des Tarifvertrags an den Standorten von Trier und Horath. An den anderen drei Standorten des Riva-Konzerns in Deutschland werde hingegen der Tarifvertrag angewandt. Das bedeute, dass die Entlohnung in Trier und Horath um 20 – 30 % unter dem Tarifniveau liege. Diese Diskriminierung der Beschäftigten in Trier und Horath sei der Grund für den seit Anfang Juni laufenden unbefristeten Streik.

Dieser Streik sei in Deutschland aber keine Ausnahme. Es müsse im Zusammenhang mit der Flucht der Unternehmen aus den Arbeitgeberverbänden gesehen werden, die in den letzten Jahrzehnten um sich gegriffen habe. Von daher sei der Streik bei Riva einer von vielen Streiks, die geführt werden, um die Anerkennung des Tarifvertrags auf Unternehmensebene durchzusetzen.

Der Bezirksleiter Jörg Köhlinger wird mit den Worten zitiert, dass es für gute Arbeit eine faire Entlohnung und durch Tarifvertrag geregelte Arbeitsbedingungen geben müsse.

Es wird auch auf die Kooperation zwischen IG Metall und Fiom-Cgil hingewiesen, die sich in der Teilnahme der Fiom an den Protestveranstaltungen vor dem italienischen Generalkonsulat in Frankfurt und vor dem Hauptsitz des Konzerns in Mailand manifestiert hat.

Der unbefristete Streik dauere nun schon seit fast drei Monaten an und stelle hinsichtlich der Dauer bereits heute einen Rekord für Rheinland-Pfalz dar. Heute führe der Streik die Beschäftigten zu einer weiteren Protestkundgebung, diesmal in Berlin auf dem Alexanderplatz.

Es wird auf die Gefahr hingewiesen, dass die Unternehmensstrategie zu einem Lohndumping auf europäischer Ebene führen könne. Abschließend wird erwähnt, dass der Konzern in der Zwischenzeit bei BES nach einem kürzeren Arbeitskampf die Ergebnisse der letzten Tarifverhandlungen anerkennen musste.

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